Ein typischer Tag

Die ersten paar Wochen bin ich immer noch richtig früh morgens aufgestanden. Das heißt für mich 7.00 Uhr. Irgendwie konnte ich mich nicht an die neue Zeitzone gewöhnen. Naja, jetzt ist das geschafft und ich schlafe manchmal richtig lange.

8.00 Uhr:    Mein Wecker klingelt. Es ist Montag und ich muss noch ordentlich viel lesen. Nach meinem Frühstück (Zimtbagel mit Nutella, mhhm) und der Dusche setze ich mich an meinen Computer und beginne mit den Vorbereitungen für meinen Unterricht morgen.

Die Studenten bekommen morgen den ersten Entwurf ihres Essays zurück und ich habe mir vorgenommen für jeden eine 1/2-seitige Rückmeldung zu geben. Ich gebe mir für so etwas immer viel Mühe, da ich selber unter den bescheuerten Kommentaren meiner Lehrer gelitten habe. Also: Ich versuche, ein besserer Lehrer zu sein. Bisher ist mir das gelungen.

Nach ca. 2,5 Stunden habe ich davon genug und mache mich an ‘Communicative Competence’, ein Text, den ich für einen meiner Kurse noch durcharbeiten muss. 64 Seiten. Gelesen hatte ich die schon am Samstag, verstanden aber irgendwie nicht. Klasse!

12.00 Uhr: So ich habe den Text fertig. Nun muss ich nur noch die Hausaufgabe für meinen Kurs ‘ESL Mentorship’ fertigstellen.

14.00 Uhr: ESL Mentorship: Dieser Kurs ist mit Abstand einer der besten hier an der Uni. Wir sind eine kleine Gruppe von Studenten und können unserer Mentorin Melinda richtig etwas vorheulen.  Es läuft aber bei uns allen ganz gut. Wenn Melinda etwas sagt, hängen wir förmlich an ihren Lippen und saugen alles auf, was sie sagt. Man profitiert hier eindeutig von ihrer Berufserfahrung als Professorin.

15.00 – 16.00 Uhr: Meine Sprechstunde. Sarah und ich sabbeln, obwohl wir eigentlich etwas für unsere Kurse tun sollten. Naja, ab und an muss das auch mal sein.

16.00 – 17.25 Uhr: Language Teaching: Hier liegt der Fokus auf Theorie. Und ich finde es manchmal sehr schwer, den Texten zu folgen. Der Kurs ist relativ groß, besteht aber aus einer ganz lustigen Truppe. Es fällt auf, das Kurse hier ganz anders, als in Deutschland ablaufen. Die Professorin hält keinen Vortrag, sondern bezieht den Kurs gezielt mit ein. So macht mir jedes Treffen Spaß & meine Fragen zu den Texten, werden immer im Kurs gelöst. Und niemand motzt einen an, wie in Deutschland, wenn man mal was nicht verstanden hat.

17.30 – 19.00 Uhr: Linguistics: Dieser Kurs ist eine Art Achterbahnfahrt durch die Linguistik (Sprachwissenschaft). Es ist ganz lustig, da unser Professor mich oft fragt, wie dies oder jenes denn in Deutsch ist. So kann ich nicht wegdösen, wie die anderen Studenten. Mir macht’s aber Spaß.

So. Alle sind froh, dass die Uni zu Ende ist. Ich fahre bei 38°C nach Hause. Es ist 19.30 Uhr. Daheim geht die Klimaanlage an und ich mache erstmal was zu essen. Heute gab’s Yoghurt und Kartoffelbrei. Ab und zu lege ich mal einen Tag ein, an dem es kein Fett gibt, sonst . . .

20.30 Uhr: Nachdem ich gegessen habe, zappe ich durch das Fernsehprogramm und beschliesse mal wieder, dass die 10 Dollar für das Fernsehen zu viel sind. Ich habe selten so viel Quatsch im TV gesehen.

Irgendwann abends mache ich mich an das Update der Webpage. Ich habe beschlossen, am 11. September ein wenig Loyalität mit den US-Amerikanern zu zeigen und werde daher am Mittwoch die Seite für einen Tag ruhen lassen und stattdessen eine Andacht zeigen. Ich hoffe ihr schaut alle herein. Ich werde aber noch allen eine Email schicken. Die Andacht ist eine sehr schön gemachte Flashanimation und ich halte es für wichtig ein wenig Solidarität zu zeigen.

Gute Nacht, ihr Lieben.

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